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Klimawandel lässt Wassertemperatur der Natur steigen

Der Klimawandel hat gravierende Auswirkungen auf die Nordsee. Das bestätigt ein aktueller Bericht von Forschern einmal mehr. Aus dem Nordseeklimabericht gehen die Folgen der erheblichen Klimaerwärmung hervor. Demnach lässt der Klimawandel sowohl die Luft- als auch die Wassertemperatur deutlich steigen. Schon jetzt steht für die Wissenschaftler fest, dass das 2-Grad-Ziel für den Nordseeraum nicht mehr erreichbar sein wird. Die sich daraus ergebenden Folgen sind gravierend. Schon bald müssen einzelne Küstenregionen dem Meer überlassen werden.


Darüber hinaus zeigt der aktuelle Klimabericht aber auch, dass es regional gravierende Unterschiede gibt. So können selbst für die Nordseeregion an sich keine pauschalen Aussagen getroffen werden. Vielmehr müssen die einzelnen Orte bzw. Gebiete genauestens mit der Lupe betrachtet werden. Vor allem auf lokaler Ebene rechnen die Forscher nach jüngsten Ergebnissen mit stark ansteigenden Temperaturen. Markus Quante, Professor im Helmholtz-Zentrum in Geesthacht, erklärte, dass die Klimaberichte, die von den Vereinten Nationen herausgegeben werden, zu grob gestrickt sind. Demnach würden sich aus diesen für einzelne Regionen kaum Handlungsoptionen ableiten lassen. Quante räumte zwar ein, dass es weltweit durchaus möglich sei, den Temperaturanstieg auf 2 Grad im Schnitt zu begrenzen – lokal ist das jedoch ausgeschlossen. So wird im norwegischen Bergen beispielsweise die Temperatur aufgrund des Einflusses von Tiefdruckgebieten um 3,2 Grad Celsius ansteigen.


Tiefdruckbahnen verlagern sich nach Norden

Infolge des Klimawandels werden sich die Tiefdruckgebiete weiter gen Norden verlagern. Dies trifft vor allem die Nordseeregion im Süden Norwegens, die von einer erheblichen Menge warmer Luft beeinflusst wird. Jene warme Luft ist letzten Endes auch für den Temperaturanstieg in der Nordsee verantwortlich. Die Nordsee wird sich laut den Forschern in den kommenden Jahren stärker erwärmen als dies bei den globalen Wassertemperaturen der Fall ist.


Klimawandel hat gravierende Auswirkungen auf das Ökosystem


Die stark ansteigenden Temperaturen haben erhebliche Auswirkungen auf das Ökosystem in der Nordsee. Bereits jetzt befindet sich das tierische Plankton, das die Kälte liebt, auf dem Vormarsch. Die Krebstierchen sind für die Nordsee von unschätzbarer Bedeutung, denn sie sind ein wichtiger Bestandteil des Nahrungsnetzes. Besonders brisant ist die Lage für den Kabeljau. Er gilt als ausgesprochen temperaturempfindlich. Die Folgen sind schon jetzt deutlich zu spüren. So hat sich der Kabeljau bereits deutlich aus der Nordsee zurückgezogen. Jener Rückzug hat nicht nur Auswirkungen auf das marine Ökosystem, sondern betrifft unweigerlich die Fischerei, die gerade im deutschen Nachbarland Dänemark noch immer eine wichtige Rolle spielt. Auch die norwegischen Fischer kämpfen mit dem Rückzug des Kabeljaus. Sie fahren den Tieren schon jetzt mehrere hundert Meilen hinterher.


Erderwärmung zieht Anstieg des Meeresspiegels nach sich


Die Erderwärmung wird aber auch den Meeresspiegel ansteigen lassen. Sobald Wasser eine höhere Temperatur hat, beginnt es, sich auszudehnen. Für einen weiteren Wasseranstieg sorgt das aus der Arktis stammende Schmelzwasser. Nach Einschätzungen der Forscher muss in der Nordsee mit einem Wasseranstieg von bis zu einem Meter gerechnet werden. Besonders deutlich wird dies in Regionen zu spüren sein, in denen sich das Land infolge der letzten Eiszeit gesenkt hat. Neben der Westküste Dänemarks betrifft dies auch die Niederlande. Erschreckend ist vor allem, dass hier laut Forschern auch entsprechende Küstenschutz-Bauwerke nicht mehr den gewünschten Effekt bringen werden.

Die Wissenschaftler betonen aber auch, dass all diese Entwicklungen nicht ausschließlich dem Klimawandel zuzuschreiben sind. Vielmehr würde er insbesondere in der Nordsee nur eine Nebenrolle einnehmen. Die Nordsee-Region ist von erheblichen natürlichen Schwankungen betroffen. Um ihre Aussagen konkreter gestalten zu können, sollen sich dem Klimabericht weitere Untersuchungen anschließen. Dabei stehen keine globalen Modelle im Vordergrund, sondern ausschließlich regionale, die beispielsweise nur ein Areal von 10 x 10 km umfassen. Doch auch diese Gebiete sind noch zu groß, um die Auswirkungen von einzelnen Projekten zu beleuchten. So sei es anhand der zur Verfügung stehenden Methoden noch nicht möglich zu ermitteln, welche Auswirkungen beispielsweise ein Windpark auf das Klima hat.